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Die Wohlgesinnten: Anthroposophie, Waldorfpädagogik und biologisch-dynamische Landwirtschaft im Dialog mit der radikalen Rechten

Rechts[d]ruck im ländlichen Raum

 

Worum geht es?

In der Veranstaltungsreihe wird die Rolle ländlicher Räume bei der Etablierung von rassistischem, rechtsradikalem und antisemitischem Gedankengut thematisiert und die Umtriebe rechter und rechtsoffener Netzwerke und Einzelpersonen dargestellt – auch im Feld der ökologischen Landwirtschaft. Es werden Handlungs- und Organisationsmöglichkeiten diskutiert und aufgezeigt, um rassistischer und menschenfeindlicher Gesinnung entgegenzutreten und Alternativen hervorzubringen.

 

Was geht mich das an?

Um ungestörter das Ideal der „deutschen Volksgemeinschaft“ zu verwirklichen gibt es unter Rechten eine Tendenz, auf’s Land zu ziehen. Vor allem strukturschwache Gebiete mit wenig zivilem Engagement in naturnaher Abgeschiedenheit scheinen Grundlage für rechtsextreme Gruppierungen zur Verbreitung ihrer Ideologien zu bieten. In den vergangenen Jahrzehnten haben gut vernetzte Strukturen aus organisierten NPD Parteimitgliedern, völkischen Siedler*innen, Kameradschaften, sowie rechtsgerichteten Esoteriker*innen immer mehr ländliche Räume besetzt. Auch in der nahen Umgebung von Witzenhausen treten diese Strukturen gewalttätig zutage, wie ein Angriff auf Journalisten im April dieses Jahres in Fretterode zeigt. Doch wie mit rechter Gesinnung umgehen, wenn besonders in dörflichen und landwirtschaftlichen Strukturen das soziale Zusammenleben eng verzahnt ist?

 

Die Wohlgesinnten: Anthroposophie, Waldorfpädagogik und biologisch-dynamische Landwirtschaft im Dialog mit der radikalen Rechten

15. Januar 2019 | 18:30 - 20:30

Nach dem Ersten Weltkrieg verkündete der Esoteriker und Lebensreformer Rudolf Steiner seine „Anthroposophie“: „Höheres Wissen“ über spirituelle Daseinsgründe von Mensch, Welt und All. Die praktischen Umsetzungen von Anthroposophie in Pädagogik (Waldorf), Medizin und Kosmetik (Weleda) oder Landwirtschaft (Demeter) sind heute beliebter denn je zuvor. Dieser Erfolg lässt sich nicht nur auf eine gründliche Institutionalisierungs-Struktur zurückführen, sondern auch auf die weltanschauliche Flexibilität der Anthroposophie.

Steiner kann – tatsächlich nach Belieben – völkisch und individualistisch, braun und grün, liberal und autoritär gelesen werden. Immer aber zogen der organizistische, „ganzheitliche“ Charakter und der „Selbstverwaltungs-Impuls“ der Anthroposophie rechte Interessenten an, vom „Blut und Boden“-Ideologen Richard Walther Darré über den nationalökologischen Künstlerpropheten Joseph Beuys zu heutigen „Reichsbürgern“. Am Beispiel Anthroposophie lässt sich studieren, wie aus den „Höheren Welten“ stets nur der Zeitgeist spricht, wie Freiheitssuche in Autoritätsanspruch umschlagen kann und Menschenfreundlichkeit in Unmenschlichkeit.

Referent Ansgar Martins promoviert an der Uni Frankfurt am Main zur Philosophie Siegfried Kracauers und hat verschiedentlich zur Kritik an moderner Esoterik publiziert.

Veranstaltungsort und weitere Infos unter: www.gegen-rechtsdruck-veranstaltungsreihe.de

Location: Witzenhausen

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